17. Afrika Film Festival Köln – Festival-Newsletter: Publikumspreise gehen nach Tunesien, Libyen und Ruanda

Mit der Verleihung der Publikumspreise ging das 17. Kölner Afrika Film Festival am Sonntag (29.9.) im gut besuchten Filmforum im Museum Ludwig zu Ende. Den Preis für den besten Spielfilm verlieh die Kulturzeitschrift CHOICES in Kooperation mit FilmInitiativ, den Preis für den besten Dokumentarfilm der WDR (beide dotiert mit jeweils 1000 Euro). Den erstmals vergebenen Preis für den besten Kurzfilm (500 Euro) vergab der Verein KIOSK – Arts Exchange e.V. in Kooperation mit dem Nikolaus Gülich Fonds.Um den Spielfilmpreis konkurrierten 15 Filme aus 11 La?ndern. Die Benotungen lagen durchweg zwischen gut (4 Punkte) und sehr gut (5 Punkte). Der Gewinner erreichte die Durchschnittspunktzahl 4,71 (von 5) und wurde per Trailer auf der Leinwand bekannt gegeben: Es ist der Spielfilm LA MISÉRICORDE DE LA JUNGLE von Joël Karekezi aus Ruanda, ein Anti-Kriegs-Drama um zwei Soldaten, die im Dschungel den Anschluss zu ihrer Truppe verlieren und miteinander auskommen müssen, um zu überleben.
Oualid Baha, der Produzent des Films, der bereits den Hauptpreis des wichtigsten afrikanischen Filmfestivals FESPACO in Ouagadougou gewonnen hat, erklärte, Publikumspreise seien „die schönsten Preise“ und der Kölner sei „eine Ermutigung für Filmschaffende in Afrika, die darum kämpfen, ihre eigenen Geschichten erzählen zu können“. Er dankte den Veranstaltern „für das anspruchsvolle Festivalprogramm mit vielen herausragenden Filmen und für die große Gastfreundschaft, mit der er und die anderen Festivalgäste in Köln aufgenommen wurden“. Rüdiger Schmidt-Sodingen von CHOICES, der das Preisgeld überreichte ergänzte, dass für ihn und das gesamte Team seiner Kulturzeitschrift „das Afrika Film Festival schon seit Jahren das wichtigste Filmfestival in Köln ist“.Auch die 15 Dokumentarfilme aus 14 La?ndern, die um den vom WDR gestifteten Publikumspreis konkurrierten, erhielten alle sehr positive Bewertungen. Der Preisträger FREEDOM FIELDS erreichte einen Durchschnitt von 4,69 Punkten (von 5). Groß war der Beifall im Saal, als der Trailer anlief und Bilder von feiernden Fußballfans auf libyschen Straßen zu sehen waren und von Frauen, die in der konservativ-patriarchalen Gesellschaft für ihr Recht eintreten, Fußball spielen zu dürfen. Im Gespräch mit Jutta Krug von der Dokumentarfilmredaktion des WDR erklärte die junge Filmemacherin Naziha Arebi, dass das Portrait von Frauenfußballerinnen aus Libyen ihr „erster langer Dokumentarfilm“ sei und dass ihr aufgrund der zahllosen Schwierigkeiten bei Produktion und Dreh des Films „viele nicht zugetraut hatten, die zahllosen Hürden zu überwinden und den Film fertigzustellen“.Um den erstmals verliehenen Publikumspreis für den besten Kurzfilm konkurrierten 23 Shorts aus 11 Ländern. Gewonnen hat mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,64 (von 5) Punkten der Kurzspielfilm BROTHERHOOD von Meryam Joobeur aus Tunesien. Er erzählt von einem tunesischen Hirten, dessen Leben in Aufruhr gerät, als sein Sohn Malik mit einer verschleierten Frau von seinem Einsatz für den IS in Syrien nach Hause zurückkehrt.

Ausgewählte Filme des Festivalprogramms werden im November in der Reihe „Best of 17. Afrika Film Festival Köln“ im November im Kino der Alten Feuerwache noch einmal gezeigt.

Vor der Abschlussfilm THE BURIAL OF KOJO aus Ghana stellten Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern, die auf Einladung von FilmInitiativ an einem Ausbildungsprojekt von Borderless TV teilgenommen und den Festivalverlauf mit Film- und Fotokameras dokumentiert hatten, ihre Initiative vor und präsentierten ein Kurzvideo mit Impressionen aus der Festivalwoche. Zum Schluss dankten die Veranstalter*innen „den afrikanischen Gästen und allen, die das Festival ermöglicht haben“ und sagten „auf Wiedersehen bis zum
18. Afrika Film Festival Köln, das vom 17. bis 27. September 2020 stattfinden wird“ mit dem Fokus: „Chancen und Risiken der Digitalisierung in Afrika“.

Herzliche Grüße
FilmInitiativ Köln e. V.

(Quelle: http://www.filme-aus-afrika.de/DE/home)

 

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